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Fernbus Erfahrungsbericht: Mit ‘MeinFernbus’ von Berlin nach Suhl

Fernbus Erfahrungsbericht

Fernbus Erfahrungsbericht

Letztes Wochenende sollte es soweit sein: Wir von Fernbus-Bewertung.de wollten endlich auch mal die neue Reiseform genauer unter die Lupe nehmen und haben uns für euch in den Fernbus gesetzt! Mit “MeinFernbus” ging es von Berlin nach Suhl / Zella-Mehlis und ein Tag später zurück!

Los ging die Fahrt am Samstag, den 9. März 2013 von Berlin aus. Abfahrt war um 8 Uhr morgens und die Fahrt sollte 3:45 Stunden dauern. Gebucht wurde zwei Wochen vorher für insgesamt 70 Euro (2 Personen + CO2-Neutral-Zulage). (Derzeit gibt es einen Gutschein für MeinFernbus, den wir euch wärmstens ans Herz legen können!) Schon durch Berlin zu kutschen dauert seine Zeit und jeder Großstädter weiß bestimmt, wie lang eine Stadtdurchfahrt dauern kann. Der Zentrale Omnibus Bahnhof (ZOB) im Westen von Berlin ist für Berliner sicher gut erreichbar, aber es braucht eben seine Zeit auch diesen zu erreichen. Insgesamt haben wir zu zweit 35 Minuten gebraucht um erst einmal den ZOB zu erreichen. Früh aufstehen (gegen 5 Uhr) war also angesagt.

Im ZOB angekommen überraschte uns die große Wartehalle. Es sah aus wie bei einem normalen Bahnhof für Züge oder so wie man die Bushaltestellen aus dem amerikanischen oder australischen Fernsehen kennt. Abfahrtszeiten sind wie bei einem Bahnhof auf einer großen Tafel ersichtlich – unser Bus Richtung Freiburg war auch gelistet. Wir waren also richtig. MeinFernbus empfiehlt mindestens 15 Minuten vor Abfahrt da zu sein. Werden die Plätze bis 5 Minuten vor Abfahrt nicht in Anspruch genommen, verliert die Reservierung ihre Gültigkeit und können anderweitig an Reisende vergeben werden.

Der Fernbus fuhr pünktlich ab

Der Fernbus fuhr pünktlich ab

Die Buchungsbestätigung kann man in Papierform oder in elektronischer Form mitbringen. In der Bahn wird es nicht gern gesehen, wenn man die Buchung auf dem Smartphone zeigt – bei MeinFernbus wird dies akzeptiert. Auch seinen Ausweis oder ein anderes offizielles Dokument sollte man dabei haben, damit man sich ausweisen kann. Dies wurde aber beim Einchecken nicht verlangt.

Raus aus der Wartehalle vom ZOB sahen wir schon den großen grünen Doppelstockbus von MeinFernbus. Wir waren 20 Minuten vor Abfahrt da und der Fernbus war schon zu 60% voll besetzt. Eine Sitzplatzreservierung gibt es derzeit nicht, daher empfehlen wir noch früher zu kommen als 15 Minuten vor Abfahrt um auch einen Doppelplatz zu bekommen, wenn man zu zweit reist. Es waren davon nur noch wenige übrig, weil viele Reisende sich natürlich lieber alleine auf einen Doppelplatz setzen, sofern diese alle frei sind. Das Einchecken ging reibungslos vor sich: Namen angeben, der nette Fahrer suchte im Smartphone nach der Reservierung und schon waren wir fertig. Also schnell den vorvorletzten Doppelplatz gesichert und wir saßen im Fernbus nach Freiburg. Eingecheckt in weniger als drei Minuten – wunderbar. Der Fairness halber müssen wir aber sagen, dass wir kein großes Gepäck dabei hatten. Das muss man nämlich nach dem Einchecken noch hinten abgeben.

Steckdosen waren in diesem Fernbus genug vorhanden

Steckdosen waren in diesem Fernbus genug vorhanden

Als wir saßen, überprüften wir die Sitze und die Beinfreiheit im Fernbus für diesen Erfahrungsbericht. Klar zu sagen sei hier, dass man im Zug auf jeden Fall mehr Platz hat. Natürlich zählt jeder Fahrgast, da dieser bares Geld in die Unternehmen bringt – demnach wird hier jedes Stückchen Platz ausgenutzt.

Sofort fielen uns die nachgerüsteten Steckdosen im Fernbus auf, die unbedingt nötig sind bei längeren Fahrten. Ob fürs Smartphone oder für den Laptop, es waren 1-2 Steckdosen pro 2 Sitze verfügbar – also völlig ausreichend in unseren Augen. Sollten wirklich mal alle Steckdosen im Fernbus besetzt sein, kann man auch getrost bei seinem Nachbarn (vor oder hinter einem) fragen ob man diese nutzen darf.

Wir saßen oben im Doppelstockbus und zwei TV-Geräte fielen uns noch auf, die aber auf unserer Fahrt ausgeschaltet blieben. Zwei Lichtstrahler in der Decke machten auch bei Dunkelheit möglich, ein Buch zu lesen. (Aktuelle Bestseller finden) Durchsagen vom Personal konnten alle Reisenden durch die Lautsprecher aufnehmen, die sich direkt über einem befanden. Auch befand sich in der Decke eine Lüftung, die man an- und ausdrehen konnte. Ein Lichtblick für Frostbeulen ist die angenehme Temperatur, im Fernbus herrschte stets eine gute Wärme, keiner hat gefroren. Eher war es zu warm im Pullover und man musste sich ausziehen.

Im Doppelstockbus von MeinFernbus

Im Doppelstockbus von MeinFernbus

Pünktlich um 8 Uhr gingen dann die Türen zu und der Fernbus war fast voll. Geschätzt gehen ungefähr 70 Passagiere rein, 65 waren sicher anwesend bei der Fahrt an dem Wochenende. Nun stellte sich das Personal vor, hauptsächlich die Fernbus-Fahrer. Sie waren zu zweit, da bei so langen Strecken von Berlin nach Freiburg ein Fahrerwechsel erfolgen muss. Die Fahrer waren locker drauf, informierten noch über das WLan an Bord, die Toiletten an Bord und über die Fahrtzeit der Reise. WLan war im Bus verfügbar für insgesamt 16 Personen – dazu aber später mehr. Auch eine Toilette war im Fernbus verfügbar, welche später auch benutzt wurde von uns um diesen Testbericht ausführlich zu gestalten. Die Toilette im Fernbus war sauber und schick, sie erfüllte voll ihren Zweck. Männer möchten sich aber bitte auf der Toilette setzen, erstens wegen der Hygiene und zweitens wegen der Sicherheit – darauf bestanden die Fahrer. Auch hat der Fahrer mit seiner Durchsage uns informiert, dass es Snacks gibt und Getränke. Snacks und Getränke gab es folgende im Fernbus:

  1. Bockwurst mit Brot (2 Euro)
  2. Ein paar Wiener mit Brot (3 Euro)
  3. Debrecziner mit Brot (2 Euro)
  4. Sekt und Rotwein (4 Euro)
  5. Diverse andere alkoholfreie Getränke, wie Kaffee, Limo zu normalen Preisen

Nachdem die Durchsage getan war, startete die Fahrt nun gen Freiburg. Die ersten Minuten konnte man schon auf den Geräuschpegel im Bus achten und der ist unserer Meinung nach wirklich gering. Die Lautstärke des Fernbusses hat keinesfalls gestört oder beim Schlafen gehindert. Wir saßen etwas weiter hinten im Bus und auch dort konnte kein Geschaukel festgestellt werden, was oft bei manchen Fahrgästen in Fernbussen Übelkeit hervorruft. Die Scheiben waren sauber, man konnte gut hinausschauen und die Landschaft betrachten. Nach kurzer Zeit ging es dann auf die Autobahn in Berlin und es wurde ruhiger im Bus. Einige Fahrgäste fingen an es sich bequem zu machen um zum Beispiel ein Nickerchen zu machen. Das war die Chance gleich mal das WLan auszuprobieren.

WLan im Fernbus

WLan im Fernbus

WLan war laut Personal auf insgesamt 16 Slots beschränkt, d.h. 16 Reisende können die WLan-Verbindung im Fernbus nutzen. Mit dem Smartphone ging es auf Anhieb leider nicht, dies kann aber daran liegen, dass man noch bestimmte Nutzungsbedingungen akzeptieren muss, welche im Browser angezeigt werden. Mit dem Laptop ging es dann aber gleich viel besser. Dies lag bestimmt daran, dass es noch freie Plätze gab, denn auf der Rückfahrt war es schon schwieriger eine korrekte Verbindung herzustellen. Die Übertragungsgeschwindigkeit variiert natürlich, je nach Empfang vom technischen Gerät im Fernbus. Es war jedoch möglich normal im Browser zu surfen. Bei einem erneuten Versuch nach 2 Stunden ging es dann leider nicht mehr ganz so reibungslos, denn alle WLan-Plätze waren wohl vergeben. Ein Tipp dabei von uns an alle Reisenden: Wenn nur begrenzte Plätze zur Verfügung stehen, meldet euch immer korrekt ab, so haben andere Reisende auch die Chance auf einen Internetzugang. Das Arbeiten selbst am Laptop war eher schwierig, denn die Größe hat nicht auf die Abstellfläche vom Vordersitz gepasst und auch die Armfreiheit, um den Cursor zu bewegen und zu klicken ist eher begrenzt und macht auf Dauer keine Freude. Da kann ganz klar ein kleineres Netbook empfohlen werden. Einen Film kann man sich aber auf jeden Fall auf seinem Laptop anschauen, man sah dies auch bei einigen Fahrgästen im Laufe der Reise.

Die Fahrt von Berlin nach Suhl / Zella-Mehlis dauerte insgesamt 3:45 Stunden und es gab keine Pause zwischendrin. Der Vorteil der Busfahrt gegenüber dem Zug ist hier eindeutig der Preis und das Wegfallen vom mehrmaligen Umsteigen. Der Nachteil ist der etwas engere Platz im Fernbus. Wer gerne mal ein paar Schritte gehen mag ist im Zug besser aufgehoben. Das Publikum im Bus selbst geht von jung bis alt. Ob Studenten oder Senioren, die ganze Bevölkerungsschicht war auf beiden Fahrten vertreten. Sogar ein Kleinkind samt Kinderwagen war dabei. Auf der Rückfahrt hatte ein Reisender sogar ein Möbelstück mitgenommen. Dies sollte man jedoch vorher anmelden beim Fernbus-Unternehmen.

Ankunft vom Fernbus am Zielort

Ankunft vom Fernbus am Zielort

Wir kamen dann auch sehr pünktlich am Reiseziel an, konnten sofort aussteigen und die anderen Reisenden, die noch weiterfuhren, konnten die Zeit nutzen um eine Zigarette zu rauchen oder um mal schnell die Beine zu bewegen. Auf Dauer kann die Sitzweise schon etwas auf die Muskeln gehen und man sehnt sich nach Bewegung. Raucher müssen sich leider gedulden bis der Bus rast macht oder man am Ziel angekommen ist – im Bus gilt Rauchverbot.

Die Rückfahrt selbst ging einen Tag später los. Der Fernbus war wieder pünktlich. Das Einchecken ging auch wieder sehr reibungslos und schnell. Da der Bus aus Freiburg kam, war er schon mit vielen Reisenden besetzt. Wer hier zu zweit reist und zusammen sitzen möchte, muss sich sputen, dass er schnell in den Bus kommt und einen Zweierplatz findet. Insgesamt waren noch zwei Sitzplätze frei, wo man als Pärchen nebeneinander sitzen konnte. Wenn man wirklich Pech hat, sitzt der Partner unten und man selbst dann oben im Doppelstockbus. Vielleicht ändert sich dabei ja noch mal was und man kann in Zukunft noch Sitzplätze reservieren.

Fahrplan an den Fernbus-Haltestellen

Fahrplan an den Fernbus-Haltestellen

An der Bushaltestelle selbst waren sogar Fahrpläne angebracht, wann der Bus ankommt und abfährt. Auch war erkenntlich, in welcher Richtung der Bus ankommt – so konnte man sich sicher sein, dass man an der richtigen Haltestelle steht.

Auf der Rückfahrt trat dann wetterbedingt starker Nebel auf und in Berlin sogar Schnee. Wir haben uns jedoch stets sicher im Fernbus gefühlt. Es gab keine Schlenker oder Ausbrecher vom Bus wo man hätte Angst haben müssen.

Zwischendurch gab es auf der 360 Kilometer langen Rückfahrt noch mal einen Fahrerwechsel, welcher genutzt werden konnte für eine Zigarette oder um die Toilette auf dem Rastplatz aufzusuchen. Dabei haben wir auch unser letzten Foto gemacht vom dem riesigen grünen Doppelstockbus von MeinFernbus. Nach einiger Zeit waren wir dann auch in Berlin angekommen – sicher und zufrieden. Die Fahrer verabschiedeten sich von uns und einige Reisende klatschten, weil die Fahrer uns sicher und wohlbehalten an unser Ziel gebracht haben.

Fernbus macht Fahrerwechsel

Fernbus macht Fahrerwechsel

Unser Fazit: Es hat alles geklappt, etwas mehr WLan wäre schön gewesen, aber dies ist sicher noch in der Testphase bei vielen Fernbus-Unternehmen. Snacks, Getränke, Toilette, Strom – alles an Bord was man auf einer langen Reise braucht. Die Fahrer stets nett und hilfsbreit – so stellt man sich Service vor. Wir kamen immer pünktlich an und die Preise sind derzeit unschlagbar im Gegensatz zu Bahn, PKW oder Flugzeug. Auch waren die beiden Busse stets sauber. Außerdem belastet man die Umwelt nicht so sehr wie mit einem anderen Fahrzeug. Wer mehr zum Umweltschutz wissen möchte, schaut sich unseren Blogbeitrag an “Ist der Fernbus umweltfreundlicher als Bahn und Auto?“. Ein Dank noch mal an die tolle und sichere Fahrt an alle Fernbus-Fahrer!

Hinweis: Dieser Erfahrungsbericht bezieht sich nur auf die genannte Fahrt mit MeinFernbus und auf der Strecke Berlin-Suhl und kann nicht unbedingt verallgemeinert werden. Es kann gut möglich sein, dass sich Faktoren bei anderen Unternehmen oder bei anderen Routen positiv oder negativ ändern. Wir würden uns wünschen, dass ihr daher eure Fernbus Erfahrungen auf unserem Portal hier eintragt und so bei der Auswahl von Fernbus-Reisen anderen Reisenden helft! Danke für eure Hilfe – nur so können wir unabhängig Fernbus-Unternehmen bewerten und empfehlen!

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Martin

Über den Autor

Martin - Fernbus-Fan, leidenschaftlicher Blogger und große Affinität zum Internet! Ich bin für ein günstiges und sicheres Reisen. Dazu bietet der Fernbus noch eine tolle ökologische Alternative zur Bahn. Alle Beiträge von Martin anschauen

7 Antworten zu "Fernbus Erfahrungsbericht: Mit ‘MeinFernbus’ von Berlin nach Suhl"

  • Mathias Zillig
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